Loslassen und Bejahen

Silent Unity Brigitte Jach, 19.04.2020

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Das Leben ist eine Reise, auf der es viele Möglichkeiten gibt, sich selbst zu erkennen, sich frei zu machen von Haltungen und Gedankenmustern,
die Ungutgefühle auslösen. Doch das dadurch entstandene Vakuum möchte gefüllt werden mit dem, was dem eigenen höchsten Ziel dient.
Betrachte das Leben mit seinen vielen und ungeahnt schönen Möglichkeiten.

Loslassen und Bejahen - ein Kapitel aus dem Begleitbuch zur "Die Suche" von Richard und Mary-Alice Jafolla; erschienen im Frick Verlag Pforzheim


Loslassen und Bejahen


Das POSITIVE: Sprich es deutlich aus,
Schließ alles Negative aus,
Halte dich an das Bejahende,
Bleib nicht irgendwo im Unbestimmten.

–  Lied von Johnny Mercer


Du kannst dir Stützräder am Kinderfahrrad vorstellen? Zwei kleine Räder an der Hinterachse, die dem Fahrrad genug Stabilität verleihen, so daß der Lernende nicht herunterfällt. Und nun nimm den Begriff „spirituelle Stützräder“ als Beschreibung für Loslassen und Annehmen. Uns erscheint das als eine gute Analogie. Die Stützräder helfen dem Fahrrad-Anfänger dabei, seinen Gleichgewichtssinn auszubilden, ohne dabei hinzufallen und sich wehzutun.

Ähnlich können wir es uns vorstellen, wenn wir uns bemühen, unser seelisches Gleichgewicht herzustellen, wobei auch wir Unterstützung brauchen. Nur allzuoft in unserem Leben machen wir Erfahrungen, die dazu angetan sind, uns aus der spirituellen Zentriertheit herauszuwerfen. Ein böses Wort, eine schwere Enttäuschung, eine nagende Sorge, all das und vieles mehr können unser seelisches Gleichgewicht zerstören. Und dann kann ein einfacher Wahrheitssatz uns in unser inneres Zentrum zurückbringen und so das verlorene Gleichgewicht wiederherstellen.


Seelen-Zwiesprache


Ist dir aufgefallen, daß es sich bei jeder Seelen-Zwiesprache, an die du bisher gelangt bist, um eine Bejahung gehandelt hat? Wenn du dich während deiner Suche gewissenhaft an sie gehalten hast, hast du sicher bemerkt, wie hilfreich sie sein können als Markierungen, die dich auf dem „oberen Weg“ bleiben lassen.

Dies ist nun eines der wenigen Abenteuer, bei dem wir dir keine Seelen-Zwiesprache vorgeben wollen. Du sollst dir deine eigene ausdenken. Sobald du mit Übung 3 fertig bist, komme hierher zurück und schreibe deine Sätze des Loslassens sowie deine Bejahungssätze jeweils dreimal auf.


Loslassen:

Bejahung:

Seelengedanken


Wir möchten dir hier gern zur Anschauung ein paar unserer Lieblingssätze zum Loslassen und zur Bejahung aufschreiben. Vielleicht regen sie dich zu eigenen Formulierungen an. Denke dabei daran: Loslassen reißt nieder, Bejahen baut auf. Loslassen (Verneinung) zerstört, Bejahen errichtet Neues. Beides dient einem bestimmten Zweck.


Sätze des Loslassens:

Auch dies wird vorübergehen.
Ich brauche dies nicht in meinem Leben.
Ich entlasse dies aus meinem Leben.
Ich nehme dies nicht an.
Das will ich nicht.
Weg damit!
Niemals!
Stop!
Nein!


Sätze des Bejahens:

Alles ist in Ordnung.
Gott ist meine Quelle.
Gott ist meine Gesundheit.
Gott ist meine Hilfe.
Ich kann es.
Ich bin stark.
Gott bringt das in Ordnung.
Ich vertraue auf Gott.
Es ist gut so.
Ja!


Und jetzt sollst du eigene Sätze des Loslassens und Bejahens bilden. Wenn du jeweils einen starken Wahrheitssatz zum Loslassen und einen ebensolchen zum Bejahen findest, hast du eigentlich schon für jeden Zweck das, was du brauchst, aber auf jeden Fall sind alle beide notwendig. Am besten sind Aussagen, die du dir leicht merken kannst, so daß du sie im Bedarfsfall sofort parat hast.


Wichtig:

 1. Die Sätze sollen kurz und prägnant sein.
 2. Wähle lebendige, anschauliche Ausdrücke.
 3. Sei originell und persönlich.

Sätze des Loslassens und Bejahens funktionieren besser, wenn man sie selbst gebildet hat. Es kann aber auch vorkommen, daß dir ein von jemand anders formulierter Satz so gut gefällt, daß du meinst, er sei wie für dich geschaffen. Aber in der Regel wirst du dich mit deinen eigenen wohler fühlen. Da diese auf dich persönlich zugeschnitten sind, steckt eine besondere Kraft in ihnen, so daß sie besser geeignet sind, dein Leben zu verändern.

Loslassen und Bejahen dienen dazu, dein Bewußtsein zu erweitern, jedoch können sie das nur, wenn sie tatsächlich eine starke Bedeutung für dich haben. Sonst wirken sie nicht. Laß dich auch nicht durch ihre Einfachheit täuschen. Es sind machtvolle, wirksame „spirituelle Stützräder“, die dich solange halten, bis du dein göttliches Gleichgewicht gefunden hast. Nutze sie.


Loslassen

Wir wollen uns zuerst mit der Formulierung eines Satzes zum Loslassen beschäftigen. Das wird besonders diejenigen ansprechen, die in Gedanken gern in der Vergangenheit verweilen und dafür ein gutes Gedächtnis haben, besonders für die vergangenen Leiderfahrungen. Angesprochen fühlen werden sich aber auch positiv eingestellte, selbstbewußte Menschen, die oft das Loslassen als hilfreicher empfinden als das Festhalten.

Beim Formulieren deines eigenen Satzes zum Loslassen solltest du stets daran denken, was du damit bewirken willst. Immerhin willst du alte Denkmuster aufbrechen, d.h. Strukturen, die sich in langen Jahren als bestimmte Vorstellungen bei dir verfestigt haben. Dergestalt verkrustetes Denken erfordert eine wirklich machtvolle, gezielte Erklärung des Loslassens, um es aufzulösen.

Um eine Betonmauer abzureißen, nimmt man am besten eine Spitzhacke. Es ist wesentlich leichter, den harten Stein aufzubrechen, wenn man mit einem spitzen Werkzeug an einer kleinen Stelle ansetzt, als mit der weit größeren Fläche eines Hammers darauf loszuschlagen.

Und so ist es auch mit deinem Loslassen. Ein kurzer, prägnanter, gezielt formulierter Satz, mit Nachdruck ausgesprochen, hat eine starke Wirkung auf deine Denkstruktur, besonders, wenn du mit voller Überzeugung dahinterstehst.

Persönliche Anmerkung:

Immer wenn wir merken, daß unser Denken nicht die Richtung nimmt, die wir eigentlich wünschen, bewährt sich normalerweise als Satz des Loslassens ein klares, festes, nachdrücklich empfundenes, eindeutiges Nein! Wenn es die Umstände erlauben, solltest du es sogar mit lauter Stimme hinausrufen. Zu Hause und im Auto können wir das auch ohne weiteres tun. Natürlich werden wir uns zurückhalten und es nur leise in uns hineinsprechen, wenn wir uns im Restaurant oder im Konzertsaal befinden sollten. Aber auch das wird seine Wirkung tun, solange es aus unserem innersten Gefühl kommt.


1. Bilde drei starke, wahrhaftige und bedeutungsvolle Sätze des Loslassens mit Bezug auf deine gegenwärtige Situation. Sie sollen kurz und prägnant sein. Fahre erst fort, wenn du diese Aufgabe gelöst hast.

 a.
 b.
 c.


Bejahung

Da du nun drei gute „Unkrautvernichter“ hast, kannst du dich daranmachen, einige Blumen zu pflanzen.

Wir brauchen zwar alle Bejahungen, aber besonders wichtig sind sie für schüchterne, ängstliche Menschen, die sich nicht leicht etwas zutrauen. Bejahungen scheinen auch denjenigen besonders zu nützen, die leicht „nachgeben“, oft von Zweifeln geplagt werden oder passiv und ohne Selbstvertrauen sind.

Du erinnerst dich aus dem letzten Kapitel an die enorme Kraft, die von der Formulierung „Ich bin“ ausgeht, und so kannst du dir vorstellen, was für eine Wirkung deine Bejahung hat, wenn sie mit diesen Worten beginnt. „Ich bin“, gefolgt von dem, was du für dich akzeptierst, ist eine eindeutige Erklärung dessen, was du für dich in Anspruch nimmst.

Persönliche Anmerkung: Inzwischen wirst du schon erraten haben, daß unsere Lieblingsbejahung einfach Ja! ist. Immer wenn wir daran denken, was wir uns vorgenommen haben, oder wenn wir an Gott denken oder einfach an das Gute, an Frieden, Liebe oder sonst ein positives Gefühl, bejahen wir es mit all der Begeisterung, die wir aufbringen können: Ja! Ja! Ja! Es ist verblüffend, wie diese höchst einfache Bejahung einen positiven Gedanken oder ein entsprechendes Gefühl verstärken kann. Probiere es aus!


2. Bilde drei starke, wahrhaftige und positive Bejahungen mit Bezug auf deine gegenwärtige Situation. Sie sollen möglichst kurz und einfach formuliert sein.

a.)                b.)            c.)

Auch wenn dir eine der beiden Methoden mehr zusagt als die andere, solltest du nicht ausschließlich diese benutzen. Nimm beide an, und benutze regelmäßig sowohl Sätze des Loslassens als auch solche des Bejahens.


3. Nun wähle diejenige Verneinung und die Bejahung, die die größte Bedeutung für dich hat.

Meine Verneinung:
Meine Bejahung:
Präge dir beide ein.

4. Kehre nun zu deiner Seelen-Zwiesprache und deinen Seelengedanken zurück.


Abseits vom Hauptpfad

Die Evangelien sind voll von Aussagen des Loslassens und Bejahens, die von Jesus benutzt wurden. Suche mindestens drei von jeder Sorte heraus und schreibe sie auf. Gib jeweils eine Erklärung, zu welchem Zweck sie verwendet wurden.
Hinweis: Hilfreich wäre hier eine Bibelausgabe, in der alle Jesusworte hervorgehoben werden.


Trittstein

Immer wenn du an irgendein momentanes Problem denkst, wiederhole sogleich dreimal deine Sätze des Loslassens. Daran schließe dreimal deine Bejahungen an. Zusätzlich solltest du deine Bejahungen benutzen, sooft sie dir in den Sinn kommen. „Aber das könnte bedeuten, daß ich sie mir hundertmal am Tag vorsage.“ Genau! So sollte es sein: Spüle all die alten, schädlichen Gedanken und Gefühle hinaus und gewöhne dein Bewußtsein sachte daran, das Gute, das Gott für dich bereithält, aufzunehmen. Wiederhole deine Bejahungen also, sooft du irgend kannst – stumm, wenn nötig, aber laut, wenn möglich –, bis sie dir so geläufig geworden sind, daß sie dir ganz von selbst in den Sinn kommen. In diesem Stadium sind sie am wirksamsten.

Merke: Wenn du hierbei gewissenhaft verfährst, wirst du bald merken, wieviel Zeit und Energie du bisher auf nutzlose Gedanken und Gefühle verschwendet hast. Vielleicht schockiert dich das, aber da es dir ja ernst damit ist, dich zu ändern, wirst du dankbar sein für die Gelegenheit, hieran zu arbeiten. Gut gewählte Aussagen des Loslassens und Bejahens werden sich auf deiner Suche als echte Freunde erweisen. Mache verschwenderisch Gebrauch von ihnen.


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