Zeit der Stille

Aus dem traditionellen UNITY Gedankengut

Heilige Familie

Weihnachten ist nicht einfach!

Ed Townley, Unity Minister
 
Es ist erstaunlich wie besorgt wir sein können wenn es auf Weihnachten zugeht. Wir möchten gerne die positiven Energien des Advents in uns aufnehmen. Wir möchten, dass die ganze Jahreszeit angefüllt sei mit Frieden, Hoffnung, Liebe, Freude und einem Gefühl von Wärme und Geborgenheit – so wie es uns manche Werbeanzeigen vorgaukeln.

Wenn wir uns aber tatsächlich nicht so fühlen, glauben wir, dass wir etwas falsch machen müssen. Die Schuld, die wir deshalb fühlen, zieht uns noch stärker in die Dunkelheit hinein, während alle um uns herum im Licht zu tanzen scheinen.

Aber auf der tiefsten Ebene geht es bei dieser Jahreszeit, die zur Wintersonnenwende führt, immer um die Wechselwirkung von Dunkelheit und Licht – und um die Notwendigkeit unseren eigenen einzigartigen Funken des Lichts im Angesicht der Dunkelheit erstrahlen zu lassen. Es sollte uns nicht überraschen – oder Schuldgefühle in uns hervorrufen – wenn wir Dunkelheit erfahren, während wir uns darauf vorbereiten das Licht zu bejahen. Diese Dunkelheit furchtlos zu transformieren ist unsere Aufgabe!

Schau mal für einen Augenblick auf die Persönlichkeiten, die wir in der magischen, mystischen Geschichte des ersten Weihnachten antreffen. Sie sind sehr unterschiedlich – Männer und Frauen, Reich und Arm, Juden und Araber, Zweibeiner und Vierbeiner, – wenn wir die mitfühlenden Tiere im Stall einschließen. Das eine, das für alle gleichermaßen gilt, ist, dass jeder von ihnen genötigt ist, durch die besondere Rolle, die er zu spielen hat, weit über seine Komfortzone hinauszugehen.

Maria ist genötigt Tag für Tag auf einem Esel zu reiten, und das im neunten Monat einer Schwangerschaft, was für eine jüdische Frau ein enormer Schritt heraus aus der Komfortzone war. Josef gehorchte blindlings Kräften, die er nicht verstand, und riskierte die Schande eine Frau zu heiraten, die mit einem Kind schwanger war, das nicht sein eigenes war.

Die Hirten werden aufgefordert ihre Arbeit zu verlassen, um ein neugeborenes Kind in einer Krippe aufzusuchen und riskieren dabei ihren Lebensunterhalt zu verlieren. Hirten wurden schon aus viel geringeren Gründen entlassen.

Die Magier – reich, gebildet, kultiviert – werden dazu geführt einem mysteriösen Stern kilometerweit durch die Wüste zu folgen, um einer spirituellen Geburt die Ehre zu erweisen, in einem Volk, dem sie nicht angehören. Selbst die Engel hatten wahrscheinlich besseres zu tun als herumzuschweben und für einen ungehobelten Haufen von verwirrten Schäfern Lobgesänge zu singen. Keine der Personen in der Geschichte ist strahlend vor Glück und Freude.

So sind auch wir an jedem Weihnachten aufgerufen nach Bethlehem zu reisen, schwanger mit einem neuen Funken des Göttlichen und aufgerufen diesem Funken zu einem neuen schöpferischen Ausdruck zu verhelfen. Keine Geburt ist jemals leicht und diese Reise beinhaltet Glauben und Zweifel, Freude und Trauer, Liebe und Furcht – manchmal alles auf einmal oder im Verlauf eines einzigen Tages oder im Angesicht einer ganz bestimmten Herausforderung.

Die Verwirrung, die wir fühlen können – der Widerstand, die Frustration und die Ungeduld, die wir unausweichlich auf dem Weg nach Bethlehem erfahren – ist kein Zeichen dafür, dass wir irgendwie etwas falsch machen. Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir in der Tat das tun, zu dem wir aufgerufen sind.

Wir reisen in einem Zustand der schöpferischen Verwirrung, im Endstadium der Geburt eines neuen Funkens von Licht. Die Dunkelheit mag sich auf vielerlei Art und Weise zum Ausdruck bringen – zu viel zu tun, zu wenig Geld, übermäßige Erwartungen. Aber wir sind die Hauptpersonen in unserer eigenen Weihnachtsgeschichte – immer einzigartig, egal wie viele Jahre wir sie schon erlebt haben. Die Dunkelheit geht mit auf dem Weg, aber das Licht ist garantiert.
 
 

 

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